Lesestoff - Nikon1 V3

Seit vielen Jahren fotografiere ich mit Canon DSLR, und wie man meinem Bildern ansehen kann überwiegend mit langen Brennweiten. Mit dem Ziel, Größe und Gewicht insbesondere für die Reisefotografie deutlich zu reduzieren, stieß ich auf das Nikon1-System mit 1-Zoll großem Sensor, las mich durch einige Tests durch und sah mir viele Bilder an. Kurzentschlossen entschied ich mich dann für die Nikon1 V3 mit den drei Zoom-Objektiven 6.7-13VR, 10-100VR und 70-300VR. Im Vergleich zu aktuellen Bridge-Kameras mit 1Zoll-Sensor (Panasonic FZ1000 oder Canon G3X) gefiel mir der Gedanke, weiterhin Objektive wechseln und das System auf Dauer ausbauen zu können.
Auf den beiden folgenden Bildern sieht man den Größenunterschied vergleichbarer Brennweiten-Kombinationen: links Canon 100D mit Tamron 18-270 neben der Nikon1 V3 mit 10-100, rechts Canon 100D mit Tamron 150-600 neben Nikon1 V3 mit 70-300.

Kamera Vergleich 1  Kamera Vergleich 2

Die Canon mit den beiden Objektiven wiegt rund 2.8kg, die Nikon1 mit ihren beiden Objektiven lediglich rund 1.2kg ... die fehlenden 1.6kg merkt man wohltuend deutlich :)


Abschattung Den bisher einzigen Kritikpunkt, den man unbedingt erwähnen sollte, sieht man in diesem Bild: der interne PopUp-Blitz wird durch das 10-100er abgeschattet, ist also in dieser Kombination nicht brauchbar. Abhilfe schafft der erhältliche externe Blitz, für dessen Einsatz dann allerdings der Aufstecksucher weichen muß.

Nikon1-System Übersicht


Ich fotografiere ausschließlich in JPG, da mir die so erziehlten Ergebnisse für meine Zwecke völlig ausreichen. Auch die Nikon1 gefällt mir diesbezüglich, die Bildqualität des 1Zoll-Sensors im Zusammenspiel mit der kamerainternen JPG-Engine ist gut.

Kohlmeise
Kohlmeise - Nikon 1 V3 mit 70-300VR, 300mm, f5.6, ISO 800, 1/160s - geringfügig nachbearbeitet

Bilder mit ISO-Werten bis 800 lassen sich (wenn man will oder muß) erstaunlich gut mit sehr dezenten Einstellungen in Neatimage entrauschen, auch ISO1600 ist durchaus noch akzeptabel.
Die Stabilisatoren ("VR") der Objektive arbeiten beeindruckend effektiv und lassen trotz großer Brennweiten relativ lange Belichtungszeiten zu. Trotzdem sollte man vorsichtig agieren und Reserven einplanen, denn was auf dem Kamera-Display noch ok aussieht, zeigt am PC (je nach benötigter Größe) dann doch mal kleinere Verwacklungen.

Alle 3 Objektive decken den kleinbild-äquivalenten Brennweitenbereich von 18mm bis 810mm ab. Eine Superzoom-Bridge mit diesem großen Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele dürfte noch eine Weile auf sich warten lassen.
Obwohl die geringe Nahgrenze insbesondere des 70-300 schon für sehr gute Nahaufnahmen geeignet ist, findet für (noch extremere) Macro-Bilder mein Marumi +3 Achromat in meiner Fototasche seinen Platz, dessen ersten Einsatz am 10-100mm man hier sehen kann.

Sollte mir in den nächsten Wochen/Monaten noch etwas besonders Erwähnenswertes auffallen, werde ich dies hier sicherlich ergänzen. Bis dahin gehe ich erstmal fotografieren ... ;)